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Vor einigen Monaten dachte ich noch. Ingeborg sei ein „richtiges Mädchen" — klein, hübsch, zierlich und ein bißchen zimperlich*. Sie trug toHe Kleider und Make-up, und obwohl sie in der Schule ganz gute Noten bekam (besser jedenfalls als meine): Sie war eben ein Mädchen und hatte nichts Gescheites* im Kopf. Mensch, war ich dumm damals! Ingeborg war das hübscheste Mädchen in der ganzen Klasse, und ich war sehr stolz, als sie zum ersten Mal mit mir in die Diskothek ging. Sie konnte gut tanzen, und man konnte sogar vernünftig mit ihr reden. Sie wußte sehr viel über Sport, besonders über Fußball. Ich war richtig erstaunt, wie viel sie wußte. Aber aip nächsten Sonntag war ich nachmittags bei ihr eingeladen. Und als ich ihr Zimmer sah, da sank meine Achtung wieder auf den Nullpunkt*. Auf ihrem Bett saßen oder lagen mindestens ein Dutzend Teddybär natte vielleicht als Kind damit gespielt. Das konnte man noch verstehen. Aber mindestens acht schreckliche Viecher* waren nagelneu!* So etwas Kindisches hatte ich noch nie gesehen — selbst bei einem Mädchen nicht. Die Teddybärensammlung Ich kam natürlich zu spät: Das Spiel lief seit etwa 20 Minuten. Auf dem Spielfeld wartete eine ganz schöne Überraschung auf mich. Die Mädchen stürmten, kickten, schössen Tore wie Profis*. Und Ingeborg spielte ganz besonders toll. Plötzlich war Schluß. Ingeborgs Team hatte gewonnen. ..Nichts wie weg", dachte ich. Ich wollte nicht, daß Ingeborg mich sah, denn ich schämte mich. Ich war richtig platt. Und ich hatte eine Wut auf mich. Ich war ja schön blöd gewesen! „Eine Zimperliese wie du kann doch nicht Fußball spielen!" Ob Ingeborg je wieder ein einziges Wort mit mir sprechen würde? Na ja, ich schluckte, setzte mich auf einen Stuhl, und versuchte, das Gespräch in Gang zu bringen. Die Unterhaltung ging so lala*, bis ingeborg sagte, daß sie am Mittwoch nachmittag in einem Damenfußball-Match spielte. Ich war so platt*, daß ich den ersten Blödsinn aussprach, der mir in den Copf kam: „Fußball? Du und Fußball? Eine Zimperliese* wie du kann doch nicht Fußball spielen!" Ingeborg antwortete ganz ruhig. „Hast du mich denn je spielen sehen?" „Nee, natürlich nicht. Aber Fußball ist ein hartes Spiel. Fußball ist Männersache!" „Das warten wir erst mal ab", sagte sie. „Ich glaube, du mußt gleich gehen?" Sie schmiß mich also auf die höflichste Art raus. Ich war stinkwütend. Schließlich hatte ich ihr ja nur die Wahrheit gesagt, wenn auch etwas unverblümt. \la ja, am Mittwoch war das große Spiel. Eigentlich wollte ich nicht gehen — ich wollte nicht sehen, wie diese Mädchen um den Ball herumtänzelten. Aber ich wollte Ingeborg sehen. Ich ging also trotzdem zum Sportclub, wo Ingeborg spielte. Dann hatte ich eine Idee. Ich ging in die Stadt, zum großen Spielzeugladen. Richtig — im' Schaufenster war ein Teddybär, nicht sehr groß, aber niedlich. Ich ging rein, kaufte ihn, und wollte gerade bezahlen, als mir noch etwas einfiel: „Haben Sie noch mehr solche Teddys?" „Ja", sagte die Verkäuferin, „wir haben eine ganze Menge." „Dann geben Sie mir bitte noch einen." Ich ging zu Ingeborg und klingelte. Sie öffnete die Tür. „Toll hast du gespielt", sagte ich und gab ihr den Teddybären. „Danke", sagte sie, ganz erstaunt. ..Das hatte ich nicht erwartet!" Ich rälisperte mich und kam mir plötzlich ganz dumm vor. „Ich habe mir genauso einen gekauft", sagte ich. „Als Maskottchen." Ingeborge grinste. „Beim nächsten Spiel müssen wir beide mitbringen", sagte sie. ..Aber komm jetzt rein! Es ist kalt hier an der Tür." Das war der Anfang unserer gemeinsamen Teddybärensammlung. Zeichnungen: Shaun Williams